01.07. AntifaInfoTresen mit Film „Estrellas de la Línea“

Während in Südafrika die Fußball-WM der Männer stattfindet und fast ganz Deutschland sich mal wieder im hurrapatriotischen Taumel befindet, wollen wir uns einer ganz andere Fußballgeschichte widmen: Die Dokumentation „Estrellas de la Línea“ von 2006 handelt von Sexarbeiterinnen in Guatemala, die ein Fußballteam gründen, um auf die für sie alltägliche Gewalt aufmerksam zu machen. Mehrfach preisgekröhnter Film und zehnmal wichtiger als jede WM…

(Regie: Chema Rodriguez, Argentinien 2006, 95 Min., Spanisches Original mit englischen Untertiteln)

Mehr Infos in der Internet Movie Database.

Fremdenfeindlicher Übergriff im Prenzlauer Berg

Am 23.05. gab es in der Lychener Straße einen rassistischen Angriff auf eine Person mit Migrationshintergrund. Hier die Pressemitteilung der Polizei mit mehr Details:

Opfer eines fremdenfeindlichen Übergriffs wurde heute früh ein Passant in Prenzlauer Berg. Der 25-Jährige war gegen 4 Uhr 45 in der Lychener Straße unterwegs, als er von hinten ausländerfeindlich angesprochen wurde. Als sich der dunkelhäutige Mann umdrehte, sah er eine rund zehnköpfige Gruppe und wechselte die Straßenseite. Die Frauen und Männer liefen ihm nach, brachten ihn zu Boden und traten und schlugen mit Holzlatten auf ihn ein. Dem Angegriffenen gelang es, eine der Latten zu ergreifen und sich zur Wehr zu setzen, worauf die Unbekannten von ihm abließen und sich kurzzeitig entfernten. Nachdem sich der 25-Jährige aufgerappelt hatte, erschienen erneut drei bis fünf Personen aus der Gruppe und warfen Glasflaschen und Kleinpflastersteine nach ihm, ohne ihr Opfer zu treffen. Der Mann brachte sich vor den Angreifern in Sicherheit und alarmierte die Polizei. Eine Absuche der Umgebung blieb erfolglos. Die Besatzung eines Rettungswagens brachte den Leichtverletzten zur ambulanten Behandlung in eine Klinik. Der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamtes hat die Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung übernommen.

23. & 25.05.: Niemand ist vergessen! – Gedenken an Dieter Eich

Niemand ist vergessen!
Arbeitszwang, Leistungsdruck, Naziterror und soziale Ausgrenzung überwinden!

Gedenkdemo anlässlich des 10. Todestages von Dieter Eich

Am 25.Mai 2000 ermordeten vier jugendliche Neonazis Dieter Eich in seiner Wohnung im Berliner Stadtteil Pankow-Buch. Vor Gericht gaben sie später an, sie hätten den 60-jährigen Sozialhilfeempfänger umgebracht, weil sie einen „Assi klatschen“ wollten.
Zehn Jahre nach diesem Mord soll mit einer Gedenkdemonstration und weiteren Veranstaltungen sowohl die Erinnerung an die Tat wach gehalten werden, als auch die gesellschaftlichen Hintergründe aufgezeigt werden, die diese Tat erst ermöglichten.

Die Vorraussetzungen für solch einen Mord schaffen nicht in erster Linie gewaltbereite Neonazis, sondern auch ein tief in der Mehrheitsgesellschaft verwurzelter Arbeitsethos, der die Würde von Menschen größtenteils anhand ihrer Verwertbarkeit für den Kapitalismus misst. Die aktuelle Debatte um Hartz IV zeigt den staatlichen Ausdruck der Entwürdigung Erwerbsloser in diesem System. So empfahl beispielsweise Berlins Finanzsenator Thilo Sarrazin Hartz IV-Empfänger_innen öfter kalt zu duschen. Dies schmälere nicht nur die Staatsausgaben, sondern bringe auch die Körper der vermeintlich „Arbeitsscheuen“ in Form. Roland Koch legte nach und forderte den sofortigen Arbeitszwang für Erwerbslose. SPD-Vieze Hannelore Kraft hingegen empfahl unter Bezugnahme auf die allgemeine Arbeitsknapppheit, Hartz IV-Bezieher_innen sollten für ein entsprechendes Zubrot im Park Laub harken oder andere Tätigkeiten übernehmen. Was Kraft blumig als „Gemeinwohl-orientierten Arbeitsmarkt“ beschreibt, ist letzten Endes nichts anderes als die Forderung nach der Schaffung eines weiteren Niedriglohnsektors für Erwerbslose. Auf diese Weise wird in der Öffentlichkeit ein alles und jede_n umfassendes Wertesystem gefestigt, das (Lohn)arbeit zum höchsten Gut erhebt und Menschen, die nicht arbeiten können oder wollen von sozialer Teilhabe und dem gesellschaftlichem Reichtum ausschließt. Ohne diesen funktionalen Arbeitsethos wäre die staatliche und gesellschaftliche Ausgrenzung nicht Leistungsfähiger/ -bereiter, die alltägliche Konkurrenz aber auch die daraus resultierende Gewaltbereitschaft gegen sozial Ausgegrenzte nicht denkbar. Im Rahmen dieses mehrheitsgesellschaftlichen Diskurses wird es den Mörder_innen so genannter „Asozialer“ ermöglicht und erleichtert, ihr Handeln öffentlich zu legitimieren.

Die Vorstellung, dass mensch um jeden Preis arbeiten müsse, so schlecht die Bedingungen auch sein mögen, hat eine lange Durchsetzungsgeschichte. Über Jahrtausende wurde bereitwillig (oder auch durch Zwang) wechselweise für Gott, Vaterland und zur Erhaltung des nationalen Standorts mühselig schwerste Arbeit verrichtet. Dieses Prinzip ist über eine lange Zeit durch und für Menschen geschaffen und erhalten worden – es zu beseitigen liegt darum in der Hand von jedem_jeder selbst. Es ist die Verantwortung von uns allen, Arbeitszwang, Leistungsdruck und soziale Ausgrenzung zu überwinden. So gilt es also auch mit den eigenen Zwangsvorstellungen zu brechen und dem Staat mit all seinen Schikanen, die er gegen vermeintliche „Sozialschmarotzer“ ausübt, eine klare Absage zu erteilen. Am 23. und 25.Mai wollen wir darum für eine Gesellschaft auf die Straße gehen, die den Anspruch in sich trägt, jegliche Form von Diskriminierung und Unterdrückung Geschichte werden zu lassen.

Der Mord an Dieter Eich steht in einer langen Reihe von Morden und Gewalttaten, die seit dem Mauerfall von Neonazis in Deutschland verübt wurden und reiht sich auch in eine seit Jahren nicht endende Welle rechter Morde in Europa ein. Wir wollen Dieter Eich gedenken, so wie allen anderen Opfern rechter und sozial-chauvinistischer Gewalt.

Niemand ist vergessen!
Kommt zur Demonstration und Kundgebung, um in Buch und Umgebung ein deutlich wahrnehmbares antifaschistisches und antikapitalistisches Zeichen zu setzen!
23. Mai 2010, Berlin
Demo: 14.00 Uhr, S-Bhf. Buch
Konzert: 19.30 Uhr, Kurt-Lade-Club, Grabbeallee 33, Pankow (Live: HipHop & Punk)

25.Mai 2010, Berlin
Gedenken am Wohnhaus von Dieter Eich
Treffpunkt: 17.30 Uhr, S-Bhf. Buch
Kranzniederlegung: 18.00 Uhr, Walter-Friedrich-Straße 52

Mehr Infos gibt es hier!

13.-16.05. Macker Massaker

Vom 13. bis zum 16. Mai findet in Mülheim an der Ruhr im dortigen AZ die Veranstaltung Macker Massaker mit Vorträgen, Workshops, Musik und allem Pipapo zum Thema „Männlichkeit(en), Mackertum & (Anti-)Sexismus“ statt. Mehr Infos auf Blogsport und Myspace. Gute Sache!

01.05. Revolutionäre 1. Mai-Demo

Das Antifaschistische Jugendbündnis Berlin (AJBB) hat folgenden Aufruf zum 1. Mai veröffentlicht:

Deutschland erwacht aus seinem „Jahrhundertwinter“-schlaf und offensichtlich sind die eisigen Temperaturen nicht spurlos an uns vorbei gegangen. Das gesellschaftliche (wie auch das Koalitions-) Klima wird rauer und kälter. Die Schulden, die sich unter dem Eis der Finanzkriese gebildet haben, blitzen plötzlich, wie die Böllerreste, unterm Schnee hervor und die Erwerbslosen die zuvor schon an die „nationale Schneefront“ gerufen wurden, sollen auch diese bezahlen. Die deutsche Wirtschaft strauchelt und rutscht noch immer und das Streusalz ist alle!

Auf die Straße gegen Nazis…

Nicht nur, weil Nazis stellvertretend für eine mörderische Ideologie stehen, sondern mit ihrer Pseudo-„Kritik“ am Kapitalismus den in Deutschland noch immer vorhandenen Antisemitismus und Rassismus nähren, werden wir sie am 1.Mai stoppen. Uns ist es egal, ob dies durch Blockaden oder andere Aktionen geschieht. Dabei werden wir uns auch nicht von den scheiß Bullen aufhalten lassen. Also kommt mit uns allen auf die Straße und zeigt den Nazis, was ihr von ihnen haltet.

…für ein schöneres Leben für alle!

Im Gegensatz zu den Nazis, die Arbeit als „charakter- und wertformend“ ansehen, finden wir es scheiße, uns jeden Tag im Job, in der Schule oder in prekären Lebenssituationen rumquälen zu müssen. Der Kapitalismus macht uns täglich zu KonkurentInnen in einer rücksichtslosen Ellenbogengesellschaft. Wir müssen jeden Tag aufs Neue gegen unseren Willen Dinge lernen, die wir nicht brauchen, Arbeiten verrichten, die wir nicht wollen, für Leute schuften, die wir nicht mögen und uns einem System beugen, dass sich nicht nach unseren Bedürfnissen richtet, sondern nur nach Profiten für Wenige strebt.

Wer in diesem System nicht funktioniert, wird aussortiert und stigmatisiert. Wir wollen ein schönes Leben, welches uns dieses Konkurrenzsystem jedoch nicht bieten kann. Deshalb gibt es für uns nur eine logische Konsequenz: Die soziale Revolution!

Wir gehen am 1. Mai nicht auf die Straße, um Forderungen an den Staat, etwa nach besseren Arbeitsbedingungen, besserer Bildung oder einem polizeilichen Verbot des Naziaufmarsches zu stellen. Wir fordern nichts von diesem Staat und diesem Schweinesystem! Wir gehen auf die Straße, um den Kapitalismus zu überwinden und uns ein schönes Leben zu erkämpfen!

Kommt mit uns am 1. Mai auf die Straße!
Beteiligt euch an den Aktivitäten gegen den Naziaufmarsch

1.5.2010 ab 12.00 Uhr: den Naziaufmarsch zum Desaster machen!
1.5.2010 18 Uhr Kottbusser Tor | Hinaus zur revolutionären 18 Uhr Demo!