Archiv der Kategorie 'antifa'

Fremdenfeindlicher Übergriff im Prenzlauer Berg

Am 23.05. gab es in der Lychener Straße einen rassistischen Angriff auf eine Person mit Migrationshintergrund. Hier die Pressemitteilung der Polizei mit mehr Details:

Opfer eines fremdenfeindlichen Übergriffs wurde heute früh ein Passant in Prenzlauer Berg. Der 25-Jährige war gegen 4 Uhr 45 in der Lychener Straße unterwegs, als er von hinten ausländerfeindlich angesprochen wurde. Als sich der dunkelhäutige Mann umdrehte, sah er eine rund zehnköpfige Gruppe und wechselte die Straßenseite. Die Frauen und Männer liefen ihm nach, brachten ihn zu Boden und traten und schlugen mit Holzlatten auf ihn ein. Dem Angegriffenen gelang es, eine der Latten zu ergreifen und sich zur Wehr zu setzen, worauf die Unbekannten von ihm abließen und sich kurzzeitig entfernten. Nachdem sich der 25-Jährige aufgerappelt hatte, erschienen erneut drei bis fünf Personen aus der Gruppe und warfen Glasflaschen und Kleinpflastersteine nach ihm, ohne ihr Opfer zu treffen. Der Mann brachte sich vor den Angreifern in Sicherheit und alarmierte die Polizei. Eine Absuche der Umgebung blieb erfolglos. Die Besatzung eines Rettungswagens brachte den Leichtverletzten zur ambulanten Behandlung in eine Klinik. Der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamtes hat die Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung übernommen.

23. & 25.05.: Niemand ist vergessen! – Gedenken an Dieter Eich

Niemand ist vergessen!
Arbeitszwang, Leistungsdruck, Naziterror und soziale Ausgrenzung überwinden!

Gedenkdemo anlässlich des 10. Todestages von Dieter Eich

Am 25.Mai 2000 ermordeten vier jugendliche Neonazis Dieter Eich in seiner Wohnung im Berliner Stadtteil Pankow-Buch. Vor Gericht gaben sie später an, sie hätten den 60-jährigen Sozialhilfeempfänger umgebracht, weil sie einen „Assi klatschen“ wollten.
Zehn Jahre nach diesem Mord soll mit einer Gedenkdemonstration und weiteren Veranstaltungen sowohl die Erinnerung an die Tat wach gehalten werden, als auch die gesellschaftlichen Hintergründe aufgezeigt werden, die diese Tat erst ermöglichten.

Die Vorraussetzungen für solch einen Mord schaffen nicht in erster Linie gewaltbereite Neonazis, sondern auch ein tief in der Mehrheitsgesellschaft verwurzelter Arbeitsethos, der die Würde von Menschen größtenteils anhand ihrer Verwertbarkeit für den Kapitalismus misst. Die aktuelle Debatte um Hartz IV zeigt den staatlichen Ausdruck der Entwürdigung Erwerbsloser in diesem System. So empfahl beispielsweise Berlins Finanzsenator Thilo Sarrazin Hartz IV-Empfänger_innen öfter kalt zu duschen. Dies schmälere nicht nur die Staatsausgaben, sondern bringe auch die Körper der vermeintlich „Arbeitsscheuen“ in Form. Roland Koch legte nach und forderte den sofortigen Arbeitszwang für Erwerbslose. SPD-Vieze Hannelore Kraft hingegen empfahl unter Bezugnahme auf die allgemeine Arbeitsknapppheit, Hartz IV-Bezieher_innen sollten für ein entsprechendes Zubrot im Park Laub harken oder andere Tätigkeiten übernehmen. Was Kraft blumig als „Gemeinwohl-orientierten Arbeitsmarkt“ beschreibt, ist letzten Endes nichts anderes als die Forderung nach der Schaffung eines weiteren Niedriglohnsektors für Erwerbslose. Auf diese Weise wird in der Öffentlichkeit ein alles und jede_n umfassendes Wertesystem gefestigt, das (Lohn)arbeit zum höchsten Gut erhebt und Menschen, die nicht arbeiten können oder wollen von sozialer Teilhabe und dem gesellschaftlichem Reichtum ausschließt. Ohne diesen funktionalen Arbeitsethos wäre die staatliche und gesellschaftliche Ausgrenzung nicht Leistungsfähiger/ -bereiter, die alltägliche Konkurrenz aber auch die daraus resultierende Gewaltbereitschaft gegen sozial Ausgegrenzte nicht denkbar. Im Rahmen dieses mehrheitsgesellschaftlichen Diskurses wird es den Mörder_innen so genannter „Asozialer“ ermöglicht und erleichtert, ihr Handeln öffentlich zu legitimieren.

Die Vorstellung, dass mensch um jeden Preis arbeiten müsse, so schlecht die Bedingungen auch sein mögen, hat eine lange Durchsetzungsgeschichte. Über Jahrtausende wurde bereitwillig (oder auch durch Zwang) wechselweise für Gott, Vaterland und zur Erhaltung des nationalen Standorts mühselig schwerste Arbeit verrichtet. Dieses Prinzip ist über eine lange Zeit durch und für Menschen geschaffen und erhalten worden – es zu beseitigen liegt darum in der Hand von jedem_jeder selbst. Es ist die Verantwortung von uns allen, Arbeitszwang, Leistungsdruck und soziale Ausgrenzung zu überwinden. So gilt es also auch mit den eigenen Zwangsvorstellungen zu brechen und dem Staat mit all seinen Schikanen, die er gegen vermeintliche „Sozialschmarotzer“ ausübt, eine klare Absage zu erteilen. Am 23. und 25.Mai wollen wir darum für eine Gesellschaft auf die Straße gehen, die den Anspruch in sich trägt, jegliche Form von Diskriminierung und Unterdrückung Geschichte werden zu lassen.

Der Mord an Dieter Eich steht in einer langen Reihe von Morden und Gewalttaten, die seit dem Mauerfall von Neonazis in Deutschland verübt wurden und reiht sich auch in eine seit Jahren nicht endende Welle rechter Morde in Europa ein. Wir wollen Dieter Eich gedenken, so wie allen anderen Opfern rechter und sozial-chauvinistischer Gewalt.

Niemand ist vergessen!
Kommt zur Demonstration und Kundgebung, um in Buch und Umgebung ein deutlich wahrnehmbares antifaschistisches und antikapitalistisches Zeichen zu setzen!
23. Mai 2010, Berlin
Demo: 14.00 Uhr, S-Bhf. Buch
Konzert: 19.30 Uhr, Kurt-Lade-Club, Grabbeallee 33, Pankow (Live: HipHop & Punk)

25.Mai 2010, Berlin
Gedenken am Wohnhaus von Dieter Eich
Treffpunkt: 17.30 Uhr, S-Bhf. Buch
Kranzniederlegung: 18.00 Uhr, Walter-Friedrich-Straße 52

Mehr Infos gibt es hier!

30.04.: Antifademo gegen Nazikneipe „Zum Henker“

Auf der Seite des Antifschistischen Bündnisses Süd-Ost Berlin wird für den Vorabend des Ersten Mai zu einer Demonstration gegen die Nazikneipe „Zum Henker“ in Berlin-Schöneweide aufgerufen:

Am Vorabend des 1. Mai wollen wir eine kraftvolle, kämpferische Demonstration gegen die Nazikneipe „Zum Henker“ in Schöneweide durchführen. Mit der Kneipe in der Brückenstraße 14 haben Berliner Neonazis seit über einem Jahr einen Anlaufpunkt im Bezirk, den sie für Kameradschaftstreffen, Musikveranstaltungen und Propagandaabende, aber auch gewalttätige Angriffe nutzen.

Gegen diesen Treffpunkt richtet sich unser Protest! Mit dem Motto „Zum Führer mit „Zum Henker“ – Nazikneipen dichtmachen!“ wurde sich bewusst für den 30. April als Hitlers Todestag für die Demonstration entschieden. Regelmäßig feiern Neonazis an für sie symbolträchtigen Tagen, wie dem Geburts- und Todestag des „Führers“ Adolf Hitler in Kneipen wie „Zum Henker“. Der Tag ist somit wieder ein Anlass für Neonazis sich zu sammeln und Schöneweide zu einem Angstraum zu machen.

Zudem soll die Demo ein Warm-Up zu den Aktivitäten gegen den Naziaufmarsch am 1. Mai in Berlin darstellen. Lokale Neonazis mobilisieren seit geraumer Zeit überregional für diesen Aufmarsch und raten Anreisenden schon am Vortag zu kommen, um Schwierigkeiten mit Antifaschisten aus dem Weg zu gehen und kündigen an: „Für ein ausfüllendes Abendprogramm ist gesorgt.“

Für das Abendprogramm der Nazis sorgen wir, indem wir ihnen in „ihren“ Kiezen auf die Pelle rücken!

30. April 2010 :: 17 Uhr :: S-Bahnhof Schöneweide :: Demo gegen die Kneipe „Zum Henker“

Chronologie neonazistischer Aktivitäten in und um der Kneipe »Zum Henker«



20.03.: Langer Tag gegen Nazis

In den letzten Monaten ist es vermehrt zu neonazistischen Angriffen in Neukölln und auch in anderen Berliner Bezirken gekommen. Scheiben wurden zerstört, Plakate gefetzt und rechte Parolen gesprüht. Um die Betroffenen nicht mit den Sachschäden allein zulassen und das gemeinsame antifaschistische Engagement linker Projekte zu stärken, lädt das neue, große Bündnis „Neukölln gegen Nazis“ am 20. März 2010 zum „langen Tag gegen Nazis“ mit Stadtteilspaziergang und zahlreichen Veranstaltungen ein:

In den letzten Monaten ist es vermehrt zu neonazistischen Angriffen im Süd-Osten Berlins gekommen. Scheiben sind gesplittert, Plakate gefetzt und faschistische Parolen gesprüht!
Um die Betroffenen nicht mit den Sachschäden und dem Entsetzen über die Angreifbarkeit allein zu lassen, laden wir euch herzlich auf »Den langen Tag gegen Nazis« ein. Ein starkes Bündnis hat sich zusammengeschlossen, um den Nazis in Wort und Tat mit einer Kampagne entgegenzutreten. Sinn und Zweck soll die Information unseres Umfeldes, dessen Vernetzung und eine gemeinsame antifaschistische Auswirkung sein.
Gemeinsam mit unseren Nachbar_Innen wollen wir Gesicht zeigen und den Nazis klarmachen, dass wir ihnen keinen Kiez überlassen werden.
Zum Auftakt der Kampagne laden wir euch somit zu dem »langen Tag gegen Nazis« ein, dessen Erlös an die Betroffenen zur Rückerstattung der Sachschäden und in die Kampagne selbst geht…



20.03.: Antirademo in Oranienburg

Im Rahmen der Antirassisumstage 2010 in Oranienburg findet am 20.03. eine Demonstration unter dem Motto „Wer schweigt stimmt zu! – Nazis und Ras­sis­ten auf die Pelle rü­cken!“ statt. Den Aufruf findet ihr [hier].

Gemeinsame Abfahrt für Berliner_innen ist laut afareisenberlin 13.45h Bahnhof Gesundbrunnen auf Gleis 4.