Archiv der Kategorie 'feminismus'

08.03.: 8. März-Demo zum Frauenknast Berlin-Pankow

Die diesjährige Frauen/Lesben/Trans-Demo zum 8. März startet um 18h am S-Bahnhof Pankow und geht zum dortigen Frauenknast. Auf der Seite des Anarchist Black Cross Berlin findet sich dazu ein Aufruf:

Es geht ein Märchen durch die Welt …

Ein zentraler Bestandteil der „demokratischen Zivilisationen ist die angebliche Gleichberechtigung der Frau, für die heute Kriege geführt und die im Paket mit kapitalistischer Wirtschaftsordnung, Zivilisation und Demokratie nun auch noch den anderen beigebracht werden soll.
Diese Gleichberechtigung, in deren Namen Kriege geführt werden, ist eine Falle, die sich auch hier als Lüge erweist und von der nur wenige profitieren.
Immer noch stellen Frauen einen hohen Anteil der Geringverdiener/innen und werden bei gleichen Qualifikationen schlechter als ihre männlichen Kollegen bezahlt.
Obwohl manche Frauen in beruflichen Positionen aufsteigen, wird schlecht bezahlte und schlecht angesehene Arbeit immer noch von denjenigen gemacht, die arm sind. wenig Bildung und/oder migrantischen Hintergrund haben.
Immer noch arbeiten Frauen in unsicheren Verhältnissen und sind betroffen von sexualisierten Belästigungen und Gewalt. Und Frauen können zusätzlich unter komplexeren Unterdrückungsmechanismen leiden, wenn sie zum Beispiel die Landessprache nicht sprechen, keine Papiere haben, „anders” aussehen. Lesbisch, Transexuell, Transgender oder Intersexuell sind.
Immer noch werden Frauen wie Männer konstant zum klassischen Rollenverhalten erzogen, welches ihnen sagt, wie sie zu sein haben, wen sie zu lieben haben und dass es jenseits von den zwei vorgegebenen Geschlechtern „Mann” und „Frau” keine gesellschaftliche Anerkennung gibt.
Immer noch werden Frauen permanent auf die herrschenden Schönheitsnormen getrimmt und stecken selbst viel Zeit und Energie in die alltäglichen Strategien, um sich dem Ideal aus der Werbung anzunähern und gehen zum Beispiel bei Essstörungen und Diäten an die eigenen Grenzen.
Immer noch werden Frauen als Sexualobjekte wahrgenommen und belästigt und ausgebeutet.
Immer noch sind es in erster Linie sozial und ökonomisch benachteiligte Frauen, die von Repression betroffen sind und nicht die Mittel und Möglichkeiten haben, sich dem Knastsystem zu entziehen. Frauen, die nicht an die gesellschaftlichen Rollen und Normen sich anpassen wollen oder können, landen schnell in der Psychiatrie oder im Knast.
Wir gehen Heute zum Knast Pankow. weil wir zeigen wollen, dass die Frauen drinnen nicht allein sind. Jede von uns ist vom Knast bedroht. Wir müssen die Mauern sprengen, die uns trennen.

Weil: DIESES MÄRCHEN IST NICHT UNSER!

Wir grüssen alle kämpfenden Mädchen, Frauen, Lesben. Transgender. sichtbar und unsichtbar, auf der Straße, zu Hause, in Schulen und Betrieben, auf dem Arbeitsamt, im Knast, in der Psychiatrie und im Exil.

Jeder einzelne Kampf ist wichtig, überall, und gemeinsam sind wir stark!

04.-06.03.: Who Cares – Queer-feminismus und Ökonomiekritik

Vom 04. bis zum 06.03. findet in Berlin in diversen Räumlichkeiten in Neukölln und Friedrichshain ein Event unter dem Titel „Who Cares – Queer-feminismus und Ökonomiekritik“ statt. Detailierte Informationen und ein Programm findet ihr [hier]. Hier schon mal ein kleiner, einleitender Text:

Wir freuen uns, Euch mit einem 27-teiligen Programm zu unserem Diskussions- und Vernetzungsevent in die Werkstatt der Kulturen und in den Jugendclub Manege einzuladen. Dieses Programm ist das Ergebnis eines längeren Prozesses queer-feministischer und ökonomiekritischer Auseinandersetzungen auf dem Stand heutiger akademischer und aktivistischer Debatten und hoffentlich über diese hinaus.

Wir wollen gemeinsam mit Euch diskutieren, welche Brisanz und Wichtigkeit queer-feministische Positionen für eine Ökonomie- und Gesellschaftskritik haben. Wir wollen überlegen, wie wir die kapitalistische, heteronormative und gesellschaftliche Reproduktion analysieren und kritisieren können. Und wir wollen uns eine alternative Gesellschaft vorstellen, die jenseits von Ausschlusskriterien wie Klasse, Geschlecht, Nationalität oder fragwürdigen, individuellen Fähigkeiten ein gutes Leben für alle anstrebt. Mit welcher gemeinsamen politischen Praxis und Kritik kommen wir dem ein Stück näher und wer können unsere potenziellen Bündnispartnerinnen und Bündnispartner hierfür sein?
Die Verschränkungen von Ökonomie, Geschlecht und heteronormativer Gewalt bilden dabei einige der zentralen Achsen unserer Auseinandersetzungen. Wir beziehen uns solidarisch-kritisch auf eine lange Tradition verschiedener feministischer Auseinandersetzungen und Forderungen. Diese reicht von den Anfängen der bürgerlichen Frauenbewegung, über die feministische Ökonomiekritik der zweiten Frauenbewegung, bis hin zu jüngeren Ansätzen einer radikalen Dekonstruktion heteronormativen Arbeitsteilung.

Auf dem Event erwarten Euch verschiedene Veranstaltungsformate, zum Beispiel Podiumsdiskussionen, Foren, Workshops, Filmabende und sogar eine tosenden Party! Wir bemühen uns, ein Klima zu schaffen, in dem fair, solidarisch, einschließend, kritisch, lustvoll und nachvollziehbar für alle miteinander diskutiert wird. Teilt uns mit, welche Sprachen anwesend sind, wir werden uns nach Möglichkeit um Übersetzung kümmern. Bringt eure Kinder, Freundinnen und Freunde, stichhaltige Argumente, gute Laune und am besten auch noch etwas zu Essen für unser gemeinsames Buffet mit.

06.03. – 19.05.: Reclaim Feminism

Vom 06.03. bis zum 19.05. findet in diversen Berliner Lokalitäten eine Veranstaltungsreihe unter dem Namen „Reclaim Feminism“ statt. Den Auftakt macht eine Party in der K9 mit DJ_anes und Sookee (Hip Hop/Berlin) als Liveact. In den darauf folgenden Wochen soll es dann zahlreiche Veranstaltungen geben zu verschiedensten Themen wie „Sexismus und Antisemitismus“, „Poryes – Queerfeministische Pornos“ oder „Männlichkeitsbilder in der Antifa“.

Mehr Infos, Updates und weiterführende Links gibt es [hier].