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01.04.: AntifaInfoTresen mit Film „The truth lies in Rostock“

Anfang der 1990er Jahre kam es in der jüngst erweiterten Bundesrepublik Deutschland zu einer ganzen Reihe rassistisch oder faschistisch motivierter Gewalttaten, die Dutzende Todesopfer forderten. Während in der großen Politik von „Überfremdung“ und „Das Boot ist voll!“ geredet und das Grundrecht auf Asyl praktisch abgeschafft wurde, tobte auf den Straßen der deutsche Mob. In Mölln und Solingen starben Menschen bei nächtlichen Brandanschlägen, in Eberswalde wurde Amadeu Antonio Kiowa unter den Augen der Polizei zu Tode geprügelt, und in Hoyerswerda kam es zu pogromartigen Ausschreitungen. Doch kein Ereignis schlug dermaßen große Wellen und machte die hässliche Fratze des wiedervereinigten Deutschlands so weithin sichtbar wie die Szenen, die sich Ende August 1992 im Rostocker Stadtteil Lichtenhagen abgespielt haben. Beinahe eine Woche lang griffen hunderte Neonazis und Sympathisant_innen Nacht für Nacht unter dem jubelnden Beifall von bis zu eintausend „ganz normalen Deutschen“ eine Flüchtlingsunterkunft und ein von vietnamesischen Vertragsarbeiter_innen bewohntes Wohnhaus an. Dass bei diesen Angriffen kein Mensch zu Tode gekommen ist, grenzt an ein Wunder…

Der Film „The truth lies in Rostock“ (78 Min., 1993 BRD/GB) entstand zeitnah nach den Geschehnissen. Er beleuchtet die unfassbaren organisatorischen Versäumnisse auf Seiten von Polizei und Politik ebenso wie die Verhältnisse vor Ort und das gesellschaftliche Klima, das die Ausschreitungen überhaupt erst möglich machte.

Vor dem Film wird es einen kurzen einleitenden Vortrag und nach dem Film Raum zum Austausch und für Diskussionen geben.